WAS IST TISCHTENNIS

Tischtennis ist eine Ballsportart, zu deren Ausübung man einen Tischtennistisch (oder Tischtennisplatte) mitNetzgarnitur, einen Tischtennisball und pro Spieler einen Schläger benötigt. Ziel des Spieles ist es, Punkte zu sammeln, indem der Gegner durch geschicktes Rückspiel des Balles zu Fehlern veranlasst wird, die den Ballwechsel beenden. Bezogen auf die Zeit zwischen zwei Ballkontakten gilt Tischtennis als die schnellste Rückschlagsportartder Welt. 

Tischtennis wurde erstmals Ende des 19. Jahrhunderts in England gespielt und hieß „Ping Pong“. Diese Bezeichnung wurde aber 1901 als Handelsmarke eingetragen und darf seither bei Wettkämpfen oder im Handel nicht mehr frei verwendet werden. „Ping Pong“ wird jedoch in der Umgangssprache weiterhin verwendet und in China sogar amtlich, wo der Sport „Ping Pong Ball“ heißt und bereits vor vielen Jahren zum Volkssport Nr. 1 avancierte.

Gespielt wird auf einem mattgrünen oder mattblauen Tisch. Insbesondere bei Länderspielen oder internationalen Turnieren werden in den letzten Jahren verstärkt blaue Tische verwendet (siehe Bild), da diese einen besseren Kontrast zu Werbeflächen im Hintergrund haben und dem Zuschauer eine bessere Ansicht bieten. Der Ball ist matt in den Farbtönen weiß oder orange (früher weiß oder gelb) und hat einen vorgeschriebenen Durchmesser von 40 mm.

 

Grundregeln bim Tischtennis = Aufschlag, Ballwechsel, Der Satz, Das Spiel, Wechselmethode (Zeitspiel) u. Doppelwettkampf

 

Aufschlag

Beim Aufschlag gelten folgende Grundregeln:

  • Der Ball muss zu Beginn frei auf dem geöffneten Handteller des Aufschlägers liegen.

  • Der Aufschläger wirft dann den Ball senkrecht mindestens 16 cm hoch.

  • Den herabfallenden Ball muss der Aufschläger so schlagen, dass er zunächst einmal auf der eigenen Tischhälfte aufkommt, dann über die Netzgarnitur auf die Tischhälfte des Gegners springt und dort einmal aufkommt (oder die Tischkante dort berührt).

  • Der Ball muss während der Aufschlagsphase vom Gegner jederzeit gesehen werden können. Der Aufschlag muss ebenfalls so ausgeführt werden, dass der Schiedsrichter oder der Schiedsrichter-Assistent aus seiner Position die korrekte Ausführung beurteilen kann.

Berührt ein korrekt ausgeführter Aufschlag die Netzgarnitur, gilt das nicht als Fehler, sondern der Aufschlag wird wiederholt. Berührt der Ball die Netzgarnitur und fällt in das Spielfeld des Aufschlägers zurück, ist das ein Fehler und der Gegner erhält einen Punkt. Im Gegensatz zum Tennis gibt es hier keinen zweiten Versuch. Als Fehler wird auch gewertet, wenn der Aufschläger den Ball hochwirft, ihn dann aber mit dem Schläger verfehlt oder gar wieder auffängt.

Beim Einzelwettkampf werden, je nach Spielklasse oder -liga, 3 oder 4 Gewinnsätze ausgespielt. Das heißt, dass der Spieler, der als erstes 3 oder 4 Sätze gewinnt, auch sein Spiel gewonnen hat. Ein Satz geht grundsätzlich solange, bis einer der Spieler 11 Punkte erzielt hat. Allerdings muss der Satz mit 2 Punkten Vorsprung gewonnen werden, also geht es bei einem Spielstand von 10:10 bis 12 und so weiter. Nach jedem Satz wechseln die Spieler die Seiten, von der aus sie spielen. Sollte der letztmögliche Satz (bei 3 Gewinnsätzen also der 5., bei 4 Gewinnsätzen der 7.) ausgespielt werden müssen, so werden die Seiten erneut gewechselt, wenn einer der Spieler 5 Punkte erzielt hat.

Das Aufschlagrecht wechselt jeweils nach zwei Punkten. Muss ein Satz beim Stand von 10:10 Punkten verlängert werden, schlagen die Spieler nach jedem Punkt abwechselnd auf. Vor dem ersten Satz wird das Aufschlagrecht ausgelost. Zu Beginn der folgenden Sätze ist derjenige Spieler Aufschläger, der im Satz davor zuerst Rückschläger war.

 

Ballwechsel

Nach dem Aufschlag muss der Ball immer direkt über oder um die Netzgarnitur herum geschlagen werden, sodass er auf der Tischhälfte des Gegners aufkommt oder die Kante (Oberfläche des Tisches - also nicht von der Seite) dort berührt. Der Gegner lässt den Ball einmal aufspringen und spielt ihn dann über oder um die Netzgarnitur herum auf die andere Seite zurück.

 

Ein Ballwechsel ist beendet, sobald einem Spieler ein Fehler unterläuft. Als Fehler gilt:

 

  • Flugball: Den Ball aufhalten, das heißt, ihn über der eigenen Tischhälfte oder wenn er in deren Richtung fliegt, mit dem Schläger, der Kleidung oder dem Körper berühren, bevor der Ball den Tisch berührt hat (nach einem Netzaufschlag wird allerdings auf Wiederholung des Aufschlags erkannt).

  • den Ball beim Aufschlag mehr als einmal auf der eigenen Tischhälfte aufkommen lassen,

  • den Ball beim Aufschlag mit einem Körperteil ganz oder teilweise verdecken (aus Sicht des gegnerischen Spielers oder des Schiedsrichters, der sich links oder rechts neben dem Tisch auf Höhe des Netzes befindet),

  • den Ball absichtlich (nicht in einer Schlagbewegung)[2] mehr als einmal mit dem eigenen Schläger berühren,

  • den Tisch während des Ballwechsels mit der freien Hand berühren (unter freier Hand wird die Hand verstanden, die nicht den Schläger hält),

  • die Netzgarnitur mit einem Körperteil berühren,

  • den Tisch verschieben,

  • den Ball nicht direkt auf die gegnerische Tischhälfte zurückspielen, sondern

    • vorher die eigene Tischhälfte treffen,

    • neben, über den Tisch hinaus oder in eine andere Richtung schlagen oder

    • den Ball gar nicht erst berühren.

 

Wenn einem Spieler ein Fehler unterläuft, dann wird für den Gegner ein Gewinnpunkt gezählt. Ferner wird ein Ballwechsel beendet, wenn der Schiedsrichter das Spiel unterbricht oder beim Zeitspiel (siehe unten) der Ballwechsel nicht rechtzeitig beendet wird.

 

Der Satz

Ein Satz endet, wenn ein Spieler elf Gewinnpunkte erreicht hat und dabei mindestens zwei Punkte Vorsprung hat, zum Beispiel 11:4, 11:9, 12:10, 13:11. Beim Stand von 10:10 geht der Satz in die Verlängerung. Dabei wechselt das Aufschlagrecht nach jedem Punkt. Die Verlängerung endet dann, wenn sich ein Spieler zwei Punkte Vorsprung erspielt hat.

 

Das Spiel

Ein Spiel besteht aus mehreren Sätzen. Bei regionalen oder überregionalen Mannschaftskämpfen sind meistens drei gewonnene Sätze für den Sieg vorgeschrieben. Ein Spiel endet dann nach höchstens fünf Sätzen (3:2) („Best-of-Five“). Bei besonders wichtigen Wettkämpfen wie nationalen Meisterschaften oder Europa- / Weltmeisterschaften wird jedoch auf vier gewonnene Sätze gespielt. Nach jedem Satz werden am Tisch die Seiten gewechselt. Im entscheidenden letzten Satz, also bei einem Stand von 2:2 (bzw. 3:3 bei vier Gewinnsätzen), werden die Seiten gewechselt, wenn der erste Spieler fünf Punkte erreicht hat.

 

Wechselmethode (Zeitspiel)

Die Wechselmethode (umgangssprachlich auch Zeitspiel genannt) setzt ein, wenn ein Satz nach zehn Minuten noch nicht beendet ist und in diesem Satz nicht mindestens 18 Punkte gespielt wurden. Bei der Wechselmethode wechselt das Aufschlagsrecht nach jedem Punkt. Der Gewinnpunkt wird wie beim normalen Spiel vergeben, mit einer Ausnahme: Wenn der Gegner des Aufschlagenden 13mal den Ball erfolgreich zurückgespielt hat, erhält er den Punkt. Das heißt, bei einem Ballwechsel wird der Ball maximal 13-mal hin- und hergespielt. Sind noch weitere Sätze zu spielen, dann werden diese auch mit der Wechselmethode durchgeführt. Die zehn Minuten stellen die reine Spielzeit dar. Bei Unterbrechungen – etwa wegen Verletzung, Materialbeschädigungen, bei „Handtuchpausen“, bei Auszeiten oder wenn der Ball die Spielbox verlässt usw. – muss die Uhr angehalten werden.

Wenn beide Spieler sich einig sind, können sie ein Spiel jederzeit als Wechselmethode fortsetzen, auch wenn die Nettospielzeit von zehn Minuten noch nicht erreicht ist. Sie können das Spiel sogar sofort als Spiel unter Bedingungen der Wechselmethode beginnen.

Mit Beginn der Wechselmethode übernimmt der zweite Schiedsrichter in der Box die Aufgabe des Schlagzählers (falls das Spiel von nur einem Schiedsrichter geleitet wurde, wird ihm ein Schlagzähler zur Seite gestellt). Er zählt laut und deutlich die erfolgreichen Schläge des Rückschlägers. Hat dieser den Ball dreizehnmal erfolgreich zurückgespielt, wird der Ballwechsel unterbrochen, und er erhält den Punkt.

Die Wechselmethode wurde eingeführt, um die Dauer eines Spieles zu begrenzen. Insbesondere wenn zwei Spieler sehr vorsichtig oder passiv spielen, kann es vorkommen, dass die Einführung der Wechselmethode erreicht wird. Bei der Tischtennisweltmeisterschaft 1936 war im Spiel zwischenAlex Ehrlich und Farkas Paneth erst nach 130 Minuten der erste Ballwechsel entschieden. (ausführliche Beschreibung dieses Matches im Artikel Aloizy Ehrlich) Im gleichen Turnier hatte ein Münzwurf das Spiel zwischen Vasile Goldberger-Marin und Michel Haguenauer entschieden, weil beide nach siebeneinhalb Stunden vor dem fünften Satz stehend k. o. waren. Daraufhin wurde 1937 das Zeitspiel eingeführt – die Dauer eines Satzes wurde auf eine halbe Stunde begrenzt. Später wurde die Regel so abgeändert, dass ein Satz nach 20 Minuten endet und der Spieler, der gerade führt, den Satz gewinnt. Bei Gleichheit entscheidet der nächste Punkt. 1961 setzten der europäische Tischtennisverband ETTU sowie der DTTB-Sportausschuss die maximale Spieldauer eines Satzes auf 15 Minuten fest. Danach setzt die Wechselmethode ein. Diese Regelung trat am 1. Oktober 1961 in Kraft.

 

Doppelwettkampf

Im Doppel spielen je zwei Spieler gegeneinander. Es gelten die gleichen Grundregeln wie beim Einzel mit den folgenden Besonderheiten. Gespielt werden kann als Herren-Doppel, Damen-Doppel und Mixed (eine weibliche und eine männliche Person zusammen in einem Team).

Der Aufschlag im Doppel wird diagonal gespielt.

Der Ball muss diagonal nach links aufgeschlagen werden, also von der rechten Tischseite des Aufschlägers auf die rechte Tischseite des Rückschlägers.

Beim Ballwechsel müssen die Spieler – anders als beim Tennis – abwechselnd den Ball spielen.

Beispiel

A und B spielen gegen X und Y. Dann wäre ein korrekter Ballwechsel A, X, B, Y, A, X, B, Y. Nach zwei Aufschlägen wechselt das Aufschlagrecht zum anderen Team. Die Reihenfolge der Spieler während eines korrekten Ballwechsels bleibt jedoch im gesamten Satz bestehen, d.h. X spielt immer zu B, egal ob beim Aufschlag oder während des Ballwechsels. Dies resultiert auch darin, dass die rückschlagende Seite beim Wechsel des Aufschlagrechtes die Positionen tauscht. Im zweiten Satz wäre die Aufstellung so zu ändern, dass Y, B, X, A, Y, B, X, A (oder aber X, A, Y, B, … – das aufschlagende Team kann zu Beginn jedes Satzes den Aufschläger neu bestimmen) ein korrekter Ballwechsel wäre. Die Aufstellung wechselt nach jedem Satz und im fünften Satz noch einmal nach dem Seitenwechsel.

Im Doppel endet ein Ballwechsel aus den gleichen Gründen wie beim Einzel, aber auch dann, wenn ein Spieler den Ball zweimal hintereinander spielt. Eine Ausnahme von der Regel, dass die Spieler eines Doppels den Ball abwechselnd spielen müssen, gilt für Teams aus zwei Rollstuhlfahrern. Diese dürfen nach dem ersten Rückschlag im Ballwechsel beliebig alle Bälle zurückschlagen, die sie erreichen. Allerdings darf kein Teil des Rollstuhles über die gedachte Verlängerung der Mittellinie des Tisches ragen. In Deutschland gilt diese Ausnahmeregelung auch für Doppelpaare aus einem Rollstuhlfahrer und einem stehenden Spieler.