Tolle Langenzersdorfer Erfolge bei Landesmeisterschaften 2026
- vor 2 Tagen
- 7 Min. Lesezeit
Am letzten Maiwochenende 2026 beendete der Wiener Tischtennisverband die heurige WTTV-Saison mit Landesmeisterschaften im Nachwuchsbereich und in der Allgemeinen Klasse. Als Austragungsort wählte man heuer die ASKÖ Ballsporthalle in der Bernoulligasse. Für die Akteure der ATUS Langenzersdorf immer „das“ Highlight des Spieljahres.
Grund genug noch einmal einen kleinen Blick in die Historie der ATUS Langenzersdorf zurückzublicken, die heuer bekanntlich 100 Jahre feiert. Alles begann 1997 als wir mit Patrick Poppenwimmer unseren ersten Podestplatz, Landesmeister in der Mini-Unterstufe (heutiges U11), bei Wiener Landesmeisterschaften einfahren konnten. Im Laufe der Jahre wurde die Zahl der Podestplätze und Titel immer mehr. Bis zum gestrigen Tag teilen sich Tobias Koszik und Oliver Kolbert mit 15 Landesmeistertitel Platz 1 als erfolgreichste Langenzersdorfer Titelhamster. Sieht man sich die Zahl der Podestplätze an, so konnte Tobias Koszik im Laufe seiner Karriere sagenhafte 39 Podestplätze erreichen und ist damit der erfolgreichste Langenzersdorfer bei dieser jährlichen Veranstaltung. 2019 war das erfolgreichste Landesmeisterschaftsjahr. Die ATUS-Delegation gewann insgesamt 15 Titel und unglaubliche 45 (!) Podestplätze. Über all die Jahre hinweg gab es 123 Titel sowie 467 Podestplätze aus Langenzersdorfer Sicht zu feiern. Man durfte gespannt sein ob diese Bilanz 2026 erweitert werden konnte.
Heuer ging unser Verein mit 2 Spielerinnen, 13 Spielern und 3 Schiedsrichtern in die 2-Tagesveranstaltung. In der U11 hielt Leopold Behringer die LENZ-Fahnen hoch. Er überstand mit 2 Siegen seine Vorrunde mit Bravour. Im Hauptbewerb, Viertelfinale, zog er gegen die Nummer 1 den Kürzeren und belegte somit den geteilten 5 Rang im Endklassement.

In der U13 hieß unser Team Arthur Poppenwimmer und Sebastian Müller. Seite an Seite schafften sie den Sprung ins Viertelfinale im Doppel. Dort schieden sie mit einer 1 zu 3 Niederlage aus. Im Einzel musste Arthur nach 2 Niederlagen in der Vorrunde Abschied nehmen. Sebastian feierte 2 Siege und zog ins Achtelfinale ein, wo Endstation war. Der geteilte 9. Rang entsprach den Erwartungen.
Theo Hauck und Tim Weingessel waren der ATUS Beitrag im stark besetzten U15 Bewerb. Mehr als das Viertelfinale im Doppel war auf Grund der Auslosung nicht möglich, traf man dort doch auf die späteren Sieger und Jugend-EM Teilnehmer Sung und Seung Chen. Im Einzel sah es nicht anders aus. Tim und Theo, beide sehr fleißige und ambitionierte „Trainierer“ gewannen ihre Vorrunde souverän. In der ersten Hauptrunde konnten sie ihre Gegner jeweils schlagen, bevor sich im Achtelfinale mit den Chen-Geschwistern abermals ein übermächtiger Gegner breit machte und sie die Box als Verlierer verlassen mussten.
Bernhard Schrey erwischte im U17 Bewerb eine sehr starke Vorrunden-Gruppe. Ein Sieg war letztlich zu wenig für den Aufstieg. Er scheiterte knapp, 2 Satzgewinne mehr wären von Nöten gewesen.
In der U19 gab es die ersten Erfolgserlebnisse zu vermelden. Pia Geineder und Christian Szongott waren als Nummer 1 im Mix-Doppel gesetzt. Sie konnten ihre Favoritenstellung bestätigen und gaben in vier Partien nur einen Satz ab. Somit gelang ihnen die erfolgreiche Titelverteidigung aus dem Vorjahr. Christian Szongotts Erfolgslauf ging im Doppel weiter. An der Seite mit William Juckes vom TTC Kontakt schafften es die Titelverteidiger aus dem Vorjahr bis ins Halbfinale, ehe man am LSV Duo Kiang/Sabo scheiterte. Kian Dörrie und Jeschurun Kümmel hatten bereits in Runde 1 das „Vergnügen“ und schieden gegen die späteren Finalisten aus.

Im U19 Einzel konnten sich Kian und Jeschurun nicht für die Hauptrunde qualifizieren. Anders Christian Szongott, der Vorrunde, Runde 1 und Achtelfinale siegreich überstehen konnte. Erst das Viertelfinale bescherte dem jungen Langenzersdorfer mit Paul Dobretsberger einen unbesiegbaren Gegner an diesem Tag.
Im U19 Einzel weiblich, das gleichzeitig auch als U21 Bewerb gewertet wurde, startete Pia Geineder als Titelverteidigerin. In den Vorrunden musste sie Hitze und Druck noch etwas Tribut zollen und überraschend zwei Sätze abgeben, ab dem Halbfinale rollte der Geineder-Express jedoch mit Höchstgeschwindigkeit Richtung Titel und gewann Semi- wie Finale glatt ohne Satzverlust und holte sich Titel Nummer 2 an diesem Tag.

Im U21 Doppel schafften es Christian Szongott und William Juckes bis ins Endspiel. Dobretsberger/Nakonechny waren dann aber zu stark um einen weiteren Titel für Langenzersdorf zu sichern.

Im U21 Einzel, das bereits am Sonntag gespielt wurde, schafften es Jona Bican, der den ganzen Samstag als Coach zur Verfügung stand und Christian Szongott via Vorrunde und Runde 1 ins Achtelfinale. Dort scheiterte Christian abermals an Dobretsberger, während Jona gegen Nakonechny das erwartete Nachsehen hatte.
In der Allgemeinen Klasse am Samstag standen Damen Einzel, Damen-Doppel, Mix-Doppel, Herren Einzel und Herren-Doppel auf dem Programm.
Im Damen-Einzel musste Eva Geineder, die Samstags ebenfalls rund um die Uhr als Betreuerin an der Bande saß, in die Vorrunde. Dort wuchs sie über sich hinaus und konnte beide Einzel gewinnen. Durch einen Sieg im Achtelfinale durfte sie sich mit der Nummer 1, Vanessa Tang, messen, bevor es Abschied nehmen hieß. Pia Geineder ersparte sich als Nummer 2 des Bewerbes Vorrunde wie Achtelfinale und stieg erst in der Runde der besten Acht ein. Viertel- wie Halbfinalaufgaben erledigte sie wie am Vortag mit Bravour und ohne Satzverlust. Im Finale kam es dann zum erwarteten „Krimi auf Augenhöhe“. Pia gewann die Sätze 1 und 3, lag im vierten Satz 8 zu 5 vorne, ehe der Faden riss und sie ihren Rhythmus, bedingt durch ein Medical Time Out und Time Out ihrer Kontrahentin knapp hintereinander verlor und nicht wiederfand. Somit blieb für Pia wie im Vorjahr Platz 2 im Damen-Einzel, das sie 2023 sensationell bereits gewonnen hatte.

Im stark und umfangreich besetzten Herren-Einzel versuchten sich mit Tobias Koszik, der gesetzt war, Lukas Koszik, Jona Bican und Amir Sam Poppenwimmer vier LENZ-Spieler. Jona spielte eine sehr starke Vorrunde, bei der er trotzdem ausschied. Ein Sieg und eine Niederlage, beides in 5 Sätzen sowie ein 0:3 standen zu Buche. Zwei Vorrundensiege, bei einer Niederlage konnte Amir Sam erzielen. Da drei Spieler dasselbe Verhältnis hatten, mussten die Sätze gezählt werden. Hier hatte Amir Sam leider nicht die Nase vorne. Lukas Koszik schließlich konnte alle seine Vorrunden-Einzel gewinnen und stieg in die Runde der besten 32 in die Hauptrunde ein. Lukas Spiel gegen Bela Csomor ging nach gutem Start leider glatt verloren. Tobias konnte sein Erstrundenspiel noch erfolgreich gestalten, ehe er sich im Achtelfinale seinem ehemaligen Klubkollegen Martin Schuster-Wendt in einem starken Spiel geschlagen geben musste.
Das Damen-Doppel brachte einen erwarteten und einen überraschenden Erfolg. War der Titel von Pia Geineder mit Bundesligapartnerin Venera Baramidze auch in dieser Überlegenheit, alle Spiele gingen 3 zu 0 an die Nummer 1 Paarung, zu erwarten gewesen, so war der Finaleinzug von Eva Geineder mit Partnerin Katja Polotzek eine kleine Überraschung. Nach Platz 2 in der Vorrunde setzte sich die zufällig zustande gekommene Paarung auch im Halbfinale gegen Baumgartner/Chen ohne Satzverlust durch.



Im Herren-Doppel verloren Jona und Amir Sam ihr Erstrundenspiel. Dramatisch gingen die Doppelspiele von Lukas gemeinsam mit Sengor Thumerelle und von Tobias an der Seite von Lars Pusewey zu Ende. Beide Doppel erreichten das Viertelfinale. Beide Doppelspiele gingen in einen Entscheidungssatz und beide Paarungen zogen dort den Kürzeren. Besonders Tobias und Lars hatten es gegen die Titelverteidiger Sekulic/Csomor am Schläger. Es gab atemberaubende Ballwechsel und sensationelle Schläge, Tobias packte seine gesamte Trickkiste und sein komplettes Spielrepertoire aus, Lars zog großartige Topspins mit Vorhand und Rückhand, doch es sollte alles nicht reichen. Nach Matchbällen und Abwehr von Matchbällen musste man die Box als Verlierer verlassen.
Das Mix-Doppelfinale beendete die Wiener Landesmeisterschaften 2026. Und sorgten noch einmal für das letzte Highlight aus Langenzersdorfer Sicht. Eva und Amir Sam mussten zwar nach 2 zu 0 Führung noch eine 2 zu 3 Achtelfinalniederlage hinnehmen. Pia konnte jedoch mit Partner Martin Schuster-Wendt, ein Langenzersdorfer Eigenbauspieler, der aktuell für Wohnpark-Alt Erlaa in der Bundesliga aufschlägt, Achtel- und Viertelfinale erfolgreich gestalten. Tobias schied im Viertelfinale mit Partnerin Paula Hocke gegen das Duo Pia/Martin aus. Für Pia und Martin ging die Reise im Halbfinale gegen die Nummer 2 Balasz Fixl und Vanessa Tang weiter. Wie schon im Damen-Finale entwickelte sich ein ganz enges Spiel, das von großartigen Ballwechseln und viel Taktik geprägt war. Auch diese Partie brauchte einen fünften Satz um einen Sieger zu ermitteln. Diesmal hatten die Langenzersdorfer das bessere Ende für sich und entschieden Satz wie Match nach Punkten. Im Finale kam es zu einem Wiedersehen von Langenzersdorfer Eigenbauspieler/innen. Pia und Martin trafen auf Iris Baumgartner und Oliver Kolbert, die im vergangenen Sommer zum TTK EDEN gewechselt waren. Man kannte sich durch viele gemeinsame Trainings und Wettkämpfe. Pia und Martin begannen fulminant und siegten in den ersten beiden Sätzen glatt. Im dritten Durchgang riss bei klarer Führung der Faden und die Neo-Floridsdorfer konnten den Satz gewinnen. In Satz 4 hatten Pia und Martin aber wieder alles im Griff und konnten zur Freude der Langenzersdorfer zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte den Titel im Mix-Doppel gewinnen. Mit Titel Nummer 15 konnte Pia zu den stärksten und erfolgreichsten Langenzersdorfer Spielern bei Landesmeisterschaften aufschließen. Außerdem stellte die ATUS mit Pia auf Grund vier Titeln und einem zweiten Platz den erfolgreichsten Akteur dieser Veranstaltung.

Obmann Markus Geineder zog nach zwei anstrengenden Tagen bei brütender Hitze eine zufriedene Bilanz: "Alle Spielerinnen und Spieler konnten ihr Leistungsniveau abrufen, manche sogar noch eins draufsetzen. Mit 5 Titeln und gesamt 9 Podestplätzen dürfen wir sehr zufrieden sein. Wir waren der zweiterfolgreichste Verein und haben trotz der schmerzvollen Abgänge in der letzten Saison unsere Position als Spitzenverein im WTTV halten können. Gratulation an unsere tapferen Spielerinnen und Spieler, die Großartiges geleistet haben. Wer Tobias "Behind-the-back-Punktschlag" im spannendsten Doppel, das ich je erleben durfte, sehen konnte, der wird mir zustimmen, dass man auch als Verlierer mit erhobenen Hauptes von der Platte gehen und sich über ein geiles Spiel freuen kann. Ein Danke an unseren Betreuerstab Eva, Pia, Michi und Jona, die ihre Sache wie immer mit viel Herz sehr gut gemacht haben. Es hat mich besonders gefreut, dass wir heuer wieder mit Franz Riedler, Anton Zwerger und Peter Kiss drei Langenzersdorfer Schiedsrichter im Einsatz hatten, die sich den widrigen Umständen zum Trotz, man saß manchmal im Lichtkegel oder im Hitze-Hot-Spot, als fehlerlos am Zählgerät erwiesen haben und auf diese Art und Weise die ATUS toll vertreten konnten. Danke!"




Kommentare